02nd Mai2013

Yo Man! Rappen für die Wissenschaft

by miriampharo01

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Jon Chase: Porträt und Exklusivinterview –

Dass Rap auch andere Themen behandeln kann als soziale oder politische Missstände, beweist der britische Science Rapper Jon Chase. (mehr …)

03rd Apr2013

Rette uns, Doctor Who!

by miriampharo01
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Marke Brake gemeinsam mit Science Rapper Jon Chase, den ich ebenfalls interviewt habe, vor der TARDIS

Interview mit Mark Brake, Berater der Doctor Who Roadshow

Zehn Jahre lang war Mark Brake Professor für Wissenschaftskommunikation an der Universität von Glamorgan/Wales, wo er den weltweit ersten Studiengang für Wissenschaft und Science-Fiction einführte sowie den Studiengang Astrobiologie. Dann schlug er einen neuen Weg ein. Seit einigen Jahren verfasst er Fachbücher und ist mit der Roadshow Science and Fiction of Doctor Who unterwegs. Außerdem berät er die Veranstalter der Doctor Who Expericence in Cardiff. Sein Bestreben: den Menschen wissenschaftliche Themen auf leichte, unterhaltsame Weise zu präsentieren. Ein Grund für mich, ihn zu kontaktieren. Entsprechend groß war meine Freude, als er sich zu einem Interview bereiterklärte.

Dieses Jahr feiert die Kult-Serie Doctor Who ihren 50. Geburtstag. Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis dieses unglaublichen Erfolgs?

Wir leben in einer Kultur des Wandels und Science-Fiction ist die Literatur des Wandels. Ich denke, dass Doctor Who deshalb erfolgreich ist, weil die Serie den Zeitgeist erkannt hat und ihn für sich nutzt.

Bitte erzählen Sie uns etwas zur Roadshow Science and Fiction of Doctor Who.

Die Show ist vier Themenbereiche gesplittet: Weltraum, Zeit, Maschine und Monster. Zum Beispiel gibt es Rap-Einlagen, in denen wissenschaftliche Zusammenhänge erklärt werden. Die Show führt unter anderem in die Welten von Hieronymus Bosch ein, HG Wells, Salvador Dali, Edvard Munch, Nicholas Copernicus, Albert Einstein, Charles Babbage, Darwin sowie des unterschätzten Alfred Russel Wallace [Britischer Naturforscher, der unabhängig von Darwin eigene Ideen zur Evolutionstheorie entwickelte  – Anmerk. d. Verf.]. Es ist eine Show für Familien, wenn auch nicht nur! Sie findet vor größerem Publikum mit rund 650 Leuten auf diversen Wissenschafts- und Literaturfestivals statt, z.B. beim Hay-Festival [ein Literaturfestival, das vor über 25 Jahren in Wales ins Leben gerufen wurde und mittlerweile weltweit veranstaltet wird  – Anmerk. d. Verf.] sowie auf den Wissenschaft- und Literaturfestivals in Cheltenham, Edinburgh und Cambridge und zwar beide Festivals. Die Show funktioniert an kleineren Austragungsorten aber genauso gut.

Sie haben vor kurzem die Bücher Alien Life Imagined und The Alien Hunter’s Handbook herausgegeben. Worüber handeln die beiden Bücher?

In Alien Life Imagined gebe ich einen Überblick darüber, wie wir uns Menschen in den letzten zweieinhalbtausend Jahren außerirdisches Leben vorgestellt haben. Eine spannende Sache! The Alien Hunter’s Handbook ist für Kinder ab 9 Jahren. Darin beantworte ich unter anderem die Fragen, warum unser Planet ein großartiger Platz zum Leben ist, wie es zur Entstehung des Lebens in den Weltmeeren kam, wo sich Lebewesen im Universum entwickeln können, wo es Außerirdische geben könnte, wie sie aussehen und wie wir mit ihnen kommunizieren könnten.

Schade, dass diese beiden Werke derzeit nicht in Deutsch erhältlich sind, denn sie klingen sehr interessant. Wie sehen Ihre nächsten Projekte aus?

Ich arbeite am Nachfolger des Aliens Hunter’s Handbook, nämlich The Time Traveller’s Handbook. Außerdem hoffe ich, bald ein Buch über die Wissenschaft von Doctor Who herauszubringen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten, Mark, und alles Gute für die Zukunft!

Marks Bemerkung, Science-Fiction sei die Literatur des Wandels, hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum fristet Science-Fiction in Deutschland ein Nischendasein? Fürchten wir uns vor Veränderung? Vielleicht sind Roadshows im Stil von Science and Fiction of Doctor Who die Rettung, indem sie die Faszination und nicht die Schattenseiten wissenschaftlichen Handelns in den Vordergrund stellen.

Auf dem oberen Foto ist neben Mark Brake übrigens der Science Rapper Jon Chase zu sehen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Science Rapper. Klingt abgefahren? Finde ich auch. Hier geht’s zum Interview!

Mark Brake: Homepage und Tourdaten

Interessantes zu Gesellschaft und Doctor Who erfahrt ihr hier.

Mark-Brake Jacket