03rd Apr2013

Rette uns, Doctor Who!

by miriampharo01
Tardisians_Snapseed

Marke Brake gemeinsam mit Science Rapper Jon Chase, den ich ebenfalls interviewt habe, vor der TARDIS

Interview mit Mark Brake, Berater der Doctor Who Roadshow

Zehn Jahre lang war Mark Brake Professor für Wissenschaftskommunikation an der Universität von Glamorgan/Wales, wo er den weltweit ersten Studiengang für Wissenschaft und Science-Fiction einführte sowie den Studiengang Astrobiologie. Dann schlug er einen neuen Weg ein. Seit einigen Jahren verfasst er Fachbücher und ist mit der Roadshow Science and Fiction of Doctor Who unterwegs. Außerdem berät er die Veranstalter der Doctor Who Expericence in Cardiff. Sein Bestreben: den Menschen wissenschaftliche Themen auf leichte, unterhaltsame Weise zu präsentieren. Ein Grund für mich, ihn zu kontaktieren. Entsprechend groß war meine Freude, als er sich zu einem Interview bereiterklärte.

Dieses Jahr feiert die Kult-Serie Doctor Who ihren 50. Geburtstag. Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis dieses unglaublichen Erfolgs?

Wir leben in einer Kultur des Wandels und Science-Fiction ist die Literatur des Wandels. Ich denke, dass Doctor Who deshalb erfolgreich ist, weil die Serie den Zeitgeist erkannt hat und ihn für sich nutzt.

Bitte erzählen Sie uns etwas zur Roadshow Science and Fiction of Doctor Who.

Die Show ist vier Themenbereiche gesplittet: Weltraum, Zeit, Maschine und Monster. Zum Beispiel gibt es Rap-Einlagen, in denen wissenschaftliche Zusammenhänge erklärt werden. Die Show führt unter anderem in die Welten von Hieronymus Bosch ein, HG Wells, Salvador Dali, Edvard Munch, Nicholas Copernicus, Albert Einstein, Charles Babbage, Darwin sowie des unterschätzten Alfred Russel Wallace [Britischer Naturforscher, der unabhängig von Darwin eigene Ideen zur Evolutionstheorie entwickelte  – Anmerk. d. Verf.]. Es ist eine Show für Familien, wenn auch nicht nur! Sie findet vor größerem Publikum mit rund 650 Leuten auf diversen Wissenschafts- und Literaturfestivals statt, z.B. beim Hay-Festival [ein Literaturfestival, das vor über 25 Jahren in Wales ins Leben gerufen wurde und mittlerweile weltweit veranstaltet wird  – Anmerk. d. Verf.] sowie auf den Wissenschaft- und Literaturfestivals in Cheltenham, Edinburgh und Cambridge und zwar beide Festivals. Die Show funktioniert an kleineren Austragungsorten aber genauso gut.

Sie haben vor kurzem die Bücher Alien Life Imagined und The Alien Hunter’s Handbook herausgegeben. Worüber handeln die beiden Bücher?

In Alien Life Imagined gebe ich einen Überblick darüber, wie wir uns Menschen in den letzten zweieinhalbtausend Jahren außerirdisches Leben vorgestellt haben. Eine spannende Sache! The Alien Hunter’s Handbook ist für Kinder ab 9 Jahren. Darin beantworte ich unter anderem die Fragen, warum unser Planet ein großartiger Platz zum Leben ist, wie es zur Entstehung des Lebens in den Weltmeeren kam, wo sich Lebewesen im Universum entwickeln können, wo es Außerirdische geben könnte, wie sie aussehen und wie wir mit ihnen kommunizieren könnten.

Schade, dass diese beiden Werke derzeit nicht in Deutsch erhältlich sind, denn sie klingen sehr interessant. Wie sehen Ihre nächsten Projekte aus?

Ich arbeite am Nachfolger des Aliens Hunter’s Handbook, nämlich The Time Traveller’s Handbook. Außerdem hoffe ich, bald ein Buch über die Wissenschaft von Doctor Who herauszubringen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten, Mark, und alles Gute für die Zukunft!

Marks Bemerkung, Science-Fiction sei die Literatur des Wandels, hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum fristet Science-Fiction in Deutschland ein Nischendasein? Fürchten wir uns vor Veränderung? Vielleicht sind Roadshows im Stil von Science and Fiction of Doctor Who die Rettung, indem sie die Faszination und nicht die Schattenseiten wissenschaftlichen Handelns in den Vordergrund stellen.

Auf dem oberen Foto ist neben Mark Brake übrigens der Science Rapper Jon Chase zu sehen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Science Rapper. Klingt abgefahren? Finde ich auch. Hier geht’s zum Interview!

Mark Brake: Homepage und Tourdaten

Interessantes zu Gesellschaft und Doctor Who erfahrt ihr hier.

Mark-Brake Jacket

 

11 Responses to “Rette uns, Doctor Who!”

  • Barbarella

    Vielen Dank für dieses Interview. Oh, Miriam, ich beneide dich um das Gespräch.
    Die Doctor Who Experience habe ich mir in London angesehen, würde es aber glatt noch mal in Cardiff tun. Sie war klasse und ist ein muss für jeden Who-Fan. Die Roadshow habe ich leider (noch) nicht gesehen. Nun, dieses Jahr steht ja unter dem „Stern des Who“, da ergeben sich sicherlich noch viele Gelegenheiten, SciFi mit Wissenschaft und ganz viel Spaß zu kombinieren :-)
    Barbarella

  • miriampharo

    Hallo Barbarella,

    was genau passiert beim Doctor Who Experience? Ausgerechnet das habe ich Mark nicht gefragt.

    Lieben Gruß,

    Miriam

  • Barbarella

    Hi Miriam,

    die Doctor Who Experience lässt dich ein Teil von Doctor Who werden. Zuerst wird ein Film gezeigt, dann gehst du durch den ‚Crack in the wall‘. Dahinter triffst du Daleks, wanderst durch die Tardis, darfst sie sogar steuern und siehst Cybermen in 3D. Zuletzt gibt es ganz viele Outfits der Doctors und Companions zu sehen, überall stehen Requisiten und die Gegner des Doctors rum (die „Silence“ sind riesig) und in einem separaten Raum kann man lernen, wie Cybermen oder die Vogelscheuchen aus „Family of blood“ zu laufen. Es ist interaktiv, interessant und für jeden Fan ein tolles Erlebnis. Scheinbar gibt es in Cardiff noch einige Neuerungen, z. B. die Handabdrücke von Moffat und Smith in Zement. Es ist auf alle Fälle eine Reise wert.

    Apropos Reise: Ich habe gestern das Hotel für den 50. Geburtstagsevent gebucht. Habe ich schon erwähnt, dass ich ein „major Whogirl“ bin?! ;o)

    Liebe Grüße
    Barbarella

  • miriampharo

    Du bist ja ein Vollblutfan! :) Ich wünsche dir viel Spaß in London.

    Die Doctor Who Experience klingt sehr spannend. Da haben sich einige Leute wirklich coole Sachen ausgedacht. Wobei das im Zusammenhang mit Doctor Who nahe liegt. Die Serie gibt einiges her. So etwas bräuchten wir in Deutschland auch.

  • miriampharo

    Eine gute Nachricht: Science Rapper Jon Chase hat sich zu einem Interview bereit erklärt! Heute Abend schicke ich ihm die Fragen zu. Solltest du eine Wunschfrage haben, her damit!

  • Mich würde ja interessieren, ob Jon Chase ein Doctor Who-Fan ist und ob er als Kind auch vor Angst hinter dem Sofa hing, wenn die neueste Folge lief.

    Wie er zum Science Rap gekommen ist? Gibt es einen Wissenschaftsbereich, über den er am liebsten rappt?

    Hat er sich schon mal mit einem anderen Science Rapper (wenn es sie denn gibt) gebattelt? Das würde ich ja zu gerne hören, wenn 2 sich auf höchstem Niveau „bekriegen“.

    Seine Ausbildung interessiert mich auch. Woher weiß er so viel über Science?

    Aber ich vermute, gerade die letzte Frage hast du eh schon geplant :o)

    Barbarella

  • Jule

    Hallo Miriam! Tolles Blog, mein großes Kompliment *__* „I’ll be back“ ^^

    Vielleicht kannst Du Jon Chase auch fragen, ob er vorhat, auch mal Crossover-Musikprojekte zu machen, in Zusammenarbeit mit Kollegen wie Dan Bull oder Sven van Thom, einem Berliner Singer/Songwriter, der den Begriff des „Wikipedia-Schlager“ geprägt hat.

    Außerdem: Wenn ihm das Thema „Kommunikation“ am Herzen liegt – wie steht er zur Open Source Bewegung?

    LG

    Jule

  • miriampharo

    Hallo Barbarella, Hallo Jule!

    Vielen Dank für die interessanten Fragen. :)

    Ich kann zwar nicht alle berücksichtigen, weil das Interview ansonsten zu lang wird, aber ich denke, daraus lässt sich etwas Schönes zusammenstellen.

  • miriampharo

    Zur Einstimmung auf das Interview hier sein Rap zum Periodensystem:
    http://youtu.be/lDp9hUf_SV8

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