17th Jun2014

LEVITAKE – ein Raumschiff lernt fliegen

by miriampharo01
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LEVITAKE (c) Gregor Gerhard

In meinem Roman „Schlangenfutter“ fliegt Rhona, die knapp 80-jährige Killerin einer internationalen Verbrecherorganisation, mit der LEVITAKE I nach Hanseapolis. Der gepanzerte Kurierfrachter gehört zu den ersten Gleitern mit serienmäßigem VTOL, Vertical Take Off and Landing, aber das Beste ist: Er hat ein reales Vorbild!

Ein Quadrokopter mit Impeller-Antrieb?
Geht nicht, sagten die Experten.
Geht doch!, entegegnete Gregor Gerhard.

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Die LEVITAKE und ihr Erbauer (c) Gregor Gerhard

Vor rund acht Jahren stellte sich Ingenieur Dr. Gregor Gerhard die Frage, ob es möglich sei, ein Raumschiffmodell zu bauen, das auch wie eins fliegt. Dafür müsste man Impeller verwenden, die man in der Raumschiffhülle verschwinden lassen kann, dachte er sich. Ein Quadrokopter mit Impeller-Antrieb? Geht nicht, behaupteten die Experten. Geht doch, erwiderte Gregor Gehard und lieferte den Beweis. Im Februar 2007 brachte er den ersten Prototyp der LEVITAKE zum Fliegen. Danach ging er an die Entwicklung eines Raumschiffmodells. „Zuerst musste ich das Sperrholzbrett duch einen sehr viel leichteren und dennoch stabileren Träger ersetzen“, meint Gregor. Und so entstand ein neuer Träger aus CFK-Platten, die per Wasserstrahl in die richtige Form geschnitten wurden (CFK steht für Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff).
Anschließend kam die Hülle an die Reihe. Zunächst baute Gregor ein Urmodell und nahm davon eine zweiteilige Form ab. In die beiden Formhälften laminierte er dann mehrere dünne Lagen Aramid-Gewebe. Zwar war die Hülle dadurch recht stabil, doch mit 5 kg zu schwer. Abheben konnte die LEVITAKE nur ohne die obere Schale. Also wurde hier und dort optimiert, ein neuer Träger wurde entworfen, und die LEVITAKE speckte um mehrere 100 g ab.

Leichtgewicht mit tadellosem Flugverhalten

Danach ging es ans Optimieren des Antriebs, denn an heißen Tagen wurde der Motor zu heiß, also ging es den Impellern an den Kragen. „Ich habe die Blattgeometrie der Rotoren variiert und neue Statoren entworfen. So ließ sich der Wirkungsgrad des Antriebs um über 10 Prozent steigern. Außerdem habe ich einen Stator entwickelt, der sowohl für linksdrehende als auch für rechtsdrehende Rotoren funktioniert. Was von Experten als unmöglich angesehen wurde. Mal wieder!“, so Gregor.

LEVITAKE Multiblitz (c) Gregor Gerhard

LEVITAKE Multiblitz (c) Gregor Gerhard

Im weiteren Verlauf wurde die Hülle noch einmal geändert, der Kanzeltunnel wurde flacher und die Stabilisierungselektronik wurde optimiert. Das Ergebnis war ein tadelloses Flugverhalten und noch einmal 200 g weniger Gewicht. Doch das reichte Gregor immer noch nicht. Die Quadrokopter-Jungs bauen ihre Rahmen aus Aluprofilen und CFK-Platten, dachte er, das müsste für die LEVITAKE doch auch gehen. Gesagt, getan. Ein bisschen tricksen musste Gregor dabei schon, doch die Mühe machte sich bezahlt. Gewicht unter 3 kg!

Da staunten die Stormtroopers!

Spacedays 2012 LEVITAKE (c) Gregor Gerhard

Spacedays 2012 LEVITAKE (c) Gregor Gerhard

Als 2012 die Spacedays anstanden, beschloss Gregor zu den Wurzeln zurückzukehren und sich den Science-Fiction-Fans zu präsentieren. Weil ihm eine silberne Lackierung zu langweilig schien, entschied er sich für die Farbkombi Kometensilber/ Asteroidengrau. Er baute ein Cockpit mit Rückwand und Pilotensitzen aus Styrodur, ein Panzerbausatz wurde kurzerhand zu einem Lasergeschütz umfunktioniert, noch ein paar Details … fertig. „Und schon hat man die Aufmerksamkeit der Stormtrooper“, so Gregor mit einem breiten Grinsen.

Zurzeit experimentiert Gregor mit neuen Quadrocopter-Lageregelungen, dazu nutzt er die Open Source Lösung MultiWii, weil  in dem Bereich die Entwicklung immer weiter voranschreitet. Alle technischen Details könnt ihr auf der LEVITAKE-Homepage nachlesen. Dort könnt ihr Gregor Gerhard auch direkt kontaktieren. Die LEVITAKE ist seine Passion, zögert also nicht, ihm Löcher in den Bauch zu fragen! 😉

Die LEVITAKE in Aktion!

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