20th Dez2015

Interview mit Kultzeichner Jean-Marc Rochette

by miriampharo01

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„Diese Art von Drama könnte ich jeden Tag haben.“

Ein endlos fahrender Zug durch eine vereiste Welt ist die letzte Zuflucht für die Überlebenden der Menschheit. (mehr …)

23rd Sep2014

I’ll be back, ElsterCon!

by miriampharo01

Boris und Christian_Stefan Kassler

Vom 19.bis 21.September fand in Leipzig zum 12. Mal der ElsterCon statt, der alle zwei Jahre vom Freundeskreis Leipzig organisiert wird. Ich hatte die große Freude, dort Ehrengast zu sein.

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09th Sep2014

Die Jungfernfahrt der Hermione

by miriampharo01

Hermione_juillet_20141998 besuchte ich als Reisejournalistin den Schiffbauplatz, auf dem die Hermione originalgetreu nachgebaut wurde. Nach 17 Jahren Bauzeit ging der Dreimaster letzten Sonntag auf Jungfernfahrt. (mehr …)

12th Aug2014

Oh Captain, mein Captain! Zum Tod von Robin Williams

by miriampharo01

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Heute morgen die unfassbare Nachricht: Robin Williams hat im Alter von nur 63 Jahren Selbstmord begangen. Der Schock ist in solchen Fällen immer groß, aber hier ist er fast unaussprechlich. Robin Williams – ein stiller Held und moderner Clown, der uns zum Lachen und zum Weinen gebracht hat. Nicht umsonst hat er die Hauptrolle in Patch Adams gespielt. Unvergesslich die Buszene in Mrs Doubtfire: „Ich mag bei Frauen die mediterrane Art“, meint der Busfahrer, als er Williams haarige Beine sieht. Oder seine legendäre Rolle in Good Morning, Vietnam. Und natürlich seine unvergesslichen Filme wie Der Club der toten Dichter, Good Will Hunting, Zeit des Erwachens und, und, und. Ihn umgab niemals die unnahbare Aura eines Superstars, obwohl er einer war. Vielleicht mögen ihn deshalb so viele Menschen. Vielmehr wirkte er wie der nette Typ von nebenan, mit dem man gern ein Bier trinken gegangen wäre. Sogar in seiner düsteren Rolle als Sy in One Hour Foto bringt man Verständnis auf, empfindet Mitleid mit seiner Figur.

Warum?

Über sein Privatleben sickerte nie viel durch. Robin Williams definierte sich hauptsächlich durch seine Filme. Umso schockierender die Nachricht über den Selbstmord, und sofort stellt sich die Frage: Warum? Der fast panische Versuch, eine Antwort auf spiegel, stern und co. zu finden. Er litt in letzter Zeit an schweren Depressionen, heißt es dort, und man erschrickt, dass selbst jemand wie Robin Williams nicht davor gefeit war. Aber was wissen wir schon? Er war Vater von drei Kindern, verheiratet … Nach außen hin ein perfektes Leben. Verständnisloses Kopfschütteln und ein Kloß im Hals. Man schaut sich aktuelle Fotos von ihm an, und plötzlich glaubt man darin eine gewisse Zerbrechlichkeit zu erkennen. Schließlich erfährt man, dass er sein halbes Leben lang Alkoholiker gewesen ist. Weil er sich einsam fühlte und Angst hatte.
„Es ist buchstäblich Furcht. Und du denkst, oh, das wird die Angst erträglich machen. Aber das tut es nicht“, wird er im Spiegel zitiert.
Angst wovor?
„Vor allem“, lautet die Antwort.

Vom roten Ritter verfolgt

PRobin_Williams_Walk_of_Famelötzlich bekommt Robin Williams Rolle als Parry in König der Fischer eine ganz neue Bedeutung. In Terry Gilliams Film wird der traumatisierte Obdachlose in seiner Wahnvorstellung von einem furchterregenden roten Ritter gejagt, einem Symbol für den Amokschützen, der seine Frau erschossen hat.
Steven Spielberg erklärt zum Tod von Robin Williams: „Robin war ein Gewitter von einem komischen Genie und unser Lachen war der Donner, der ihn trug.“ Leider hat unser Lachen nicht gereicht, um dieses Ungeheuer, das sich Angst nennt, zu vertreiben. Am Ende hat der rote Ritter ihn besiegt. Was zurückbleibt sind Trauer, Ratlosigkeit – und wunderbare Filme.

Robin Williams auf wikipedia

29th Jul2014

Willkommen im Reich der Toten!

by miriampharo01

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Alexandre Dumas und Gaston Leroux haben es getan. Auch Victor Hugo konnte nicht widerstehen, und ich jetzt genauso wenig. Die Pariser Katakomben werden in meinem nächsten Roman Schauplatz dramatischer Ereignisse.

Über eine Zeitspanne von fast 2000 Jahren lieferte der Untergrund von Paris die Steine zum Bau der Stadt, auch Gips und Ton wurden dort gefördert. So entstand ein fast 300 Kilometer langes Stollensystem, um das sich viele Geschichten und Legenden ranken. Als Ende des 18. Jahrhunderts Seuchen und Hungersnöte zu einer Überfüllung der Pariser Friedhöfe führten, insbesondere des Cimetière des Innocents, dessen Gestank ganze Straßenzüge verpestete – es wird sogar erzählt, dass Kellerwände einbrachen und Berge von verwesten Leichen in die Häuser gelangten – , wurde der Friedhof geräumt und geschlossen. Die exhumierten Gebeine wurden in den Untergrund gebracht. Irgendwann entdeckten die Totengräber ihre kreativen Adern und schichteten Schädel und Knochen so auf, dass sie dekorative Muster ergaben. So findet sich da unten auch mal ein Herz aus Totenschädeln.

Ein Herz aus Totenschädeln

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In den Katakomben von Paris liegen die Überreste von schätzungsweise sechs Millionen Menschen. Eine Route von zwei Kilometern ist für Touristen freigegeben. „Halt! Hier beginnt das Reich der Toten!“, warnt das Schild am Eingang. Jedes Jahr besichtigen eine Viertelmillion Menschen die morbide Stätte, mit ihren Skelettwänden und Totenschädeln, die sich bis zur Decke türmen. In der unterirdischen Stadt der Toten trifft man auch auf  Weihwasserbecken, kunstvolle Bögen aus der Römerzeit oder grob gefügte Steinsäule aus dem 19. Jahrhundert. Der perfekte Unterschlupf! Kein Wunder also, dass im Laufe der Jahrhunderte Schmuggler und Straßenräuber hier unten Quartier bezogen. Die Kommunarden, die nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 für eine sozialistische Gesellschaft kämpften, lieferten sich im Pariser Untergrund mörderische Menschenjagden mit den Regierungstruppen. Später suchte die Résistance hier Zuflucht.

Cataphiles – die heimlichen Herrscher

Heute findet sich jenseits der Touristenpfade1024px-Catacombes_De_Paris eine andere Art von Widerständlern. „Cataphiles“ werden die Mitglieder der Subkulturszene genannt, die in den Katakomben illegale Höhenforschungen unternehmen oder wilde Partys feiern. Die Gefahr ist allgegenwärtig. Viele Kammern sind randvoll mit Wasser, es gibt eingestürzte Decken, überall Schutt und jede Menge Menschenfallen. Cataphiles liefern sich regelmäßig Katz- und Mausspiele mit der Polizei, was sie jedoch nicht davon abhält, sich dort auch häuslich einzurichten. Da müssen Kalksteinblöcke als Tische und Stühle herhalten. 2007 wurde eine illegale Diskothek mit sage und schreibe 300 Gästen ausgehoben. Erstaunlich, zumal die Örtlichkeiten in der Regel schwer zugänglich sind. Zu den Cataphiles gehören nicht nur Studenten und Künstler, wie man vielleicht denken könnte, sondern auch Ingenieure und Beamte. Die Faszination Katakomben macht eben vor niemandem halt.

Die detailliertesten Karten findet ihr hier. Die interessantesten Fotos hier. Reinschauen lohnt sich wirklich!

15th Jul2014

Hauptsache Krach! Jazz im Paris der Zwanziger Jahre

by miriampharo01

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Bisher lag mein literarischer Augenmerk auf Science-Fiction. Mein nächster Roman führt den Leser aber nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Paris der 20er Jahre. Eine faszinierende Epoche mit jeder Menge Kuriositäten.

Weiße Musiker mit Farbe im Gesicht

In den europäischen Metropolen wie Berlin oder Paris war Jazz schwer angesagt, auch wenn die Europäer wenig Ahnung davon hatten. Zu der Zeit zog es viele Amerikaner nach Paris, auch schwarze Musiker, weil dort eine größere Freiheit und Toleranz herrschte als in der Heimat, wo Rassismus und Prohibition den Alltag bestimmten. Außerdem genoss Paris den Ruf, die künstlerische und intellektuelle Hauptstadt Europas zu sein. Bahnbrechende Neuerungen in den Bereichen der Literatur, der Malerei und der Musik entstanden hier. Doch es waren vor allem auch ökonomische Gründe, die schwarze Musiker dazu veranlassten, nach Paris zu kommen. Gute Musiker konnten 250 bis 300 Dollar die Woche verdienen! Im Vergleich dazu: Lous Armstrong bekam zu der Zeit in Chicago etwa 75 Dollar die Woche und gehörte schon zu den Besserbezahlten.

Boxchampions am Schlagzeug

Die außergewöhnliche Beliebtheit von schwarzen Musikern in Paris trieb mitunter seltsame Blüten. Weil die Franzosen dachten, schwarze Amerikaner seien automatisch Jazzmusiker, malten sich weiße Musiker das Gesicht dunkel an, um engagiert zu werden. Noch skuriller war das Verhältnis des Publikums zum Schlagzeug. Damals galt es nicht als Instrument, sondern als etwas Exotisches, das Krach machte. Als einer unter vielen legte sich daraufhin der in Paris lebende Boxer Gene Bullard ein Schlagzeug zu, um zwischen den Kämpfen etwas Geld dazuzuverdienen – obwohl er nicht spielen konnte. „Ich glaube, ich war ganz erbärmlich“, berichtete er später. „Aber es schien so, dass jedes Tanzlokal einen farbigen Jazz-Schlagzeuger haben wollte.“

Kuhglocken und komische Grimassen

In den Klubs wurden lieber Schwarze engagiert, die kein Schlagzeug spielten, als Weiße, die es konnten. Mit dem Ergebnis, dass einfach nur Lärm verursacht wurde. Die Möchtegern-Musiker warfen Stöcke in die Luft, schnitten lustige Grimassen und streckten die Zunge heraus. Manche hatten sogar Kuhglocken dabei, um noch mehr Lärm zu veranstalten. Das Publikum jedenfalls war begeistert! So musste Jazz schließlich sein. Erst nach Jahren begriffen die Menschen, dass das Schlagzeug ein Instrument zur Begleitung der Musiker war. Bis dahin spielten die Schlagzeuger einfach, was ihnen einfiel. „Das Schlagzeug machte gewöhnlich einen derartigen Lärm, dass ich mich wunderte, wie die Leute danach tanzen konnten. Denn es gab überhaupt keinen Rhythmus“, erklärte der schwarze Trompeter Arthur Briggs. „Ein schwarzes Orchester zu haben, gehörte einfach zum Stil der Zeit; sozusagen als Ornament. Erst gegen 1935 waren all diese schlechten Musiker von der Bildfläche verschwunden.“

Quelle: That’s Jazz – Der Sound des 20. Jahrhunderts, Häusser Media 1997

01st Jul2014

Interview mit Kai Meyer

by miriampharo01
Kai Meyer, Autor In Amorbach

Kay Meyer (c) Gaby Gerster

„An Schreibblockaden glaube ich nur bedingt.“

Mit mehreren Millionen verkauften Exemplaren weltweit gilt Kai Meyer als einer der erfolgreichsten deutschen Fantastikautoren. (mehr …)

10th Jun2014

„Exotische Welten“ aus dem Verlag O’Connell Press

by miriampharo01

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Im Oktober letzten Jahres gründete das Autorenehepaar Susanne und Sean O’Connell den Phantastik-Verlag O’Connell Press. (mehr …)

11th Mrz2014

Voynich-Manuskript: Mexiko, Naher Osten, ein Fake?

by miriampharo01
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© General Collection, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale University

Das Voynichoversum befindet sich wieder in Aufruhr, denn zurzeit jagt eine neue Theorie die nächste! Oder ist alles doch nur ein großer Fake? (mehr …)

26th Jan2014

Tops und Flops – Filmrückblick 2013

by miriampharo01

Um es gleich vorweg zu nehmen: Bei den nachfolgenden Streifen handelt es sich nicht um Filme, die 2013 herausgekommen sind, sondern um Filme, die ich in diesem Zeitraum gesehen habe.

Liebe Urheberrechtsanwälte, bei den hier veröffentlichten Abbildungen handelt es sich NICHT um die Original-Filmplakate!

Meine Top 3

Prometheus © © Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Die Vorgeschichte zu der „Alien“-Saga beginnt im Jahr 2089, als die Forscherin Elizabeth Shaw, gespielt von der großartigen Noomie Rapace, mysteriöse Zeichen auf der ganzen Welt entdeckt, die auf den Ursprung menschlichen Lebens hinweisen. Gemeinsam mit einem Expeditionsteam, dem unter anderem der Android Davis B. angehört (Michael Fassbender), begibt sie sich auf eine Reise zu einem weit entfernten Planeten und stößt dort auf ein dunkles Geheimnis … „Prometheus“ ist etwas für Auge und Hirn. Atemberaubende, sinnvoll eingesetzte Special Effects, bis in die kleinsten Rollen erstklassig besetzt (u.a. Charlize Theron, Guy Pearce und Idris Elba). Mit Noomie Rapace als Elizabeth Shaw hat Ridley Scott eine Frauenfigur geschaffen, die es locker mit Sigourney Weaver als Ripley aufnehmen kann! Über Michael Fassbender muss man nichts weiter sagen. Er ist wie immer herausragend. Der Mann besitzt eine unglaublich starke Präsenz, egal in welcher Rolle. Nicht nur für SF-Fans ein cineastisches Erlebnis! Prometheus © Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

 

warrior

Dieser Film kam niemals in die deutschen Kinos, was einem Skandal gleichkommt, wie ich finde, und zwar, weil das deutsche Publikum angeblich diese Art von roher Gewalt nicht sehen kann oder will. Lächerlich, angesichts mancher Thriller oder Horrorfilme, die in unseren heimischen Kinos und Wohnzimmern laufen. In „Warrior“ geht es um zwei Brüder, die sich nach der Trennung der Eltern jahrelang nicht gesehen haben, und nun ausgerechnet bei einem Mixed Martial Art-Wettkampf in Atlantic City als Gegner aufeinander treffen. Während Brendan, der ältere Bruder, gespielt von Joel Edgerton, eine Annäherung sucht, ist Tommy, ein Ex-Marine, gespielt von Tom Hardy voller Groll und Verbitterung. Dazwischen steht der Vater (Oscarnominierung für Nick Nolte), um Versöhnung bemüht. Nick Nolte ist gut, aber Tom Hardy ist sensationell! Dieser Mix aus Wut und Verletzlichkeit, der in ihm brodelt, immer wieder gewaltsam ausbricht und am Ende in einer Katharsis gipfelt, ist sehenswert. Am Ende des Films saß ich minutenlang wie versteinert vor dem Fernseher, konnte mich nur langsam dem Sog entziehen. Ein Film wie ein Schlag ins Gesicht mit einem großartigen Tom Hardy! Warrior (c) © Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

 

Filme von Woody Allen sind so eine Sache: Mal machen sie komische Geräusche und flattern einem hektisch vor dem Gesicht herum wie lästige Fliegen. Dann stecken sie wieder voller Zauber, dem man sich schwer entziehen kann. Zu letzterem gehört „Midnight in Paris“. Zur Handlung: Ein amerikanischer Drehbuchautor kommt nach Paris, begleitet von seiner Verlobten und ihren herrlich kulturresistenten Eltern, und verfällt dem Charme der Stadt. Er will sein Leben in Hollywood aufgeben und stattdessen nach Paris ziehen und einen Roman schreiben, was in seinem Umfeld erwartungsgemäß auf wenig Verständnis stößt. Warum gerade Owen Wilson, der für seine teils slapstickartigen Komödien bekannt ist, für diese Rolle auserkoren wurde, war mir am Anfang ein Rätsel, doch letztlich verkörpert er diese romantische, etwas trottelige Figur sehr gut. Eines Nachts gerät Gil Pender, so der Name unseres Helden, ins Paris der Zwanziger Jahre, trifft dort seine großen Vorbilder Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald, Gertrud Stein, aber auch Cole Porter, dessen Musik den Film untermalt, sowie Künstler wie Pablo Picasso und Salvadore Dali. Er verliebt sich in Picassos Muse Adriana (Marion Cottilard) und kommt irgendwann zu der Erkenntnis, dass es müßig ist, der Vergangenheit nachzutrauern, sondern dass es auf das Hier und Jetzt ankommt. Dieser Film trifft mich als Autorin voll ins Herz – er hat mich sogar dazu inspiriert, meinen neuen Roman ins Paris der Zwanziger Jahre zu verlagern. „Midnight in Paris“ ist romantisch, leichtfüßig und voller Humor. In einer Nebenrolle ist übrigens Carla Bruni zu sehen, aber der Schmankerl ist Michael Sheen als klugscheißerischer Möchtegern-Intellektueller. Ein wunderbarer Film für alle, die Bücher, Musik und Paris im Regen lieben. Kurzum: Für alle, die das Leben schätzen. Zum Schluss mein Liebingsdialog aus dem Film. In der Szene bittet Gil Hemmingway, sein Manuskript durchzulesen. „Ich hasse es“, antwortet Hemingway. Gil Pender erstaunt. „Aber Sie haben es noch gar nicht gelesen.“ „Wenn es mies ist, hasse ich es wegen seines schlechten Stils“, erklärt Hemingway. „Wenn es gut ist, bin ich neidisch, und dann hasse ich es erst recht!“ Midnight in Paris (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Filme von Woody Allen sind so eine Sache: Mal machen sie komische Geräusche und flattern einem hektisch vor dem Gesicht herum wie lästige Fliegen. Dann stecken sie wieder voller Zauber, dem man sich schwer entziehen kann. Zu letzterem gehört „Midnight in Paris“. Zur Handlung: Ein amerikanischer Drehbuchautor kommt nach Paris, begleitet von seiner Verlobten und ihren herrlich kulturresistenten Eltern, und verfällt dem Charme der Stadt. Er will sein Leben in Hollywood aufgeben und stattdessen nach Paris ziehen und einen Roman schreiben, was in seinem Umfeld erwartungsgemäß auf wenig Verständnis stößt. Warum gerade Owen Wilson, der für seine teils slapstickartigen Komödien bekannt ist, für diese Rolle auserkoren wurde, war mir am Anfang ein Rätsel, doch letztlich verkörpert er diese romantische, etwas trottelige Figur sehr gut. Eines Nachts gerät Gil Pender, so der Name unseres Helden, ins Paris der Zwanziger Jahre, trifft dort seine großen Vorbilder Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald, Gertrud Stein, aber auch Cole Porter, dessen Musik den Film untermalt, sowie Künstler wie Pablo Picasso und Salvadore Dali. Er verliebt sich in Picassos Muse Adriana (Marion Cottilard) und kommt irgendwann zu der Erkenntnis, dass es müßig ist, der Vergangenheit nachzutrauern, sondern dass es auf das Hier und Jetzt ankommt. Dieser Film trifft mich als Autorin voll ins Herz – er hat mich sogar dazu inspiriert, meinen neuen Roman ins Paris der Zwanziger Jahre zu verlagern. „Midnight in Paris“ ist romantisch, leichtfüßig und voller Humor. In einer Nebenrolle ist übrigens Carla Bruni zu sehen, aber der Schmankerl ist Michael Sheen als klugscheißerischer Möchtegern-Intellektueller. Ein wunderbarer Film für alle, die Bücher, Musik und Paris im Regen lieben. Kurzum: Für alle, die das Leben schätzen. Zum Schluss mein Liebingsdialog aus dem Film. In der Szene bittet Gil Hemmingway, sein Manuskript durchzulesen.
„Ich hasse es“, antwortet Hemingway.
Gil Pender erstaunt. „Aber Sie haben es noch gar nicht gelesen.“
„Wenn es mies ist, hasse ich es wegen seines schlechten Stils“, erklärt Hemingway. „Wenn es gut ist, bin ich neidisch, und dann hasse ich es erst recht!“
Midnight in Paris (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

 

 

Weitere Top-Filme:

Oblivion

Oblivion (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Oblivion
Jaja, ich weiß: Tom Cruise. Was kann ich dafür, dass der Mann einen Riecher für gute Drehbücher und Regisseure hat? Die Optik ist außergewöhnlich, die Story intelligent. Auch wenn das Ende etwas süßlich ausfällt – mich hat der Film begeistert! Ein Muss für SF-Fans.

 

World Invasion: Battle Los Angeles Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

World Invasion: Battle Los Angeles Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

World Invasion: Battle Los Angeles
Na also, geht doch! Mitreißende SF-Military mit Aaron Eckhart anspruchsvoll besetzt. Dank der leicht dokumentarischen Machart befindet man sich als Zuschauer mittendrin im Geschehen. Und natürlich darf wie in solchen Filmen üblich Michelle Rodrigez als toughe Latina nicht fehlen. Spannend!

 

Cloud Atlas

Cloud Atlas (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Cloud Atlas
Im Vorfeld wurde so viel über die Komplexität des Films erzählt, dass ich befürchtete, wie bei „The Fountain“ komplett auf dem Schlauch zu stehen. Weit gefehlt! „Cloud Atlas“ nimmt einen auf eine faszinierende Reise durch verschiedene Epochen mit. Der stetige Wechsel von Hochtechnologie zu postapokalyptischer Zivilisation mit entsprechend rudimentärer Sprache macht Spaß. Klasse Genremix!

 

Kochen ist Chefsache (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Kochen ist Chefsache (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Kochen ist Chefsache
Diese kleine Komödie aus Frankreich mit Jean Reno als Sternekoch Alexandre Lagarde und Michaël Youn als seinem Sous-Chef Jacky Bonno drückt auf wunderbare Weise die Liebe der Franzosen zum Essen aus –  inklusive Seitenhieb auf die Molekularküche. Als Französin liebe ich diesen Film, allein wegen solcher Dialoge wie die mit der zu lange gegrillten Aubergine.

Lagarde zu einem seiner Köche: „Wie oft muss ich Ihnen sagen, dass die Aubergine empfindlich ist. Sie dürfen ihr nicht weh tun, Sie müssen ihr die Augen sehen.“
„Ich habe ihr in die Augen gesehen, Chef.“
Lagarde wendet sich wohlwollend an Jacky. „Ganz offensichtlich wäre Ihnen das nicht passiert.“
„Nein, Chef. Ich hätte gehört, wie die Aubergine schreit.“

Star Trek (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Star Trek (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Star Trek – Into Darkness
Ich kann mich auch im zweiten Teil nicht mit Chris Pine als Captain Kirk anfreunden, auch wenn er William Shatners Körpersprache perfekt imitiert, aber Benedict Cumberbatch als Khan macht das locker wieder wett! Der Mann besitzt einfach Charisma. Ein Weltraumabenteuer nicht nur für Trekkies! Düster, spannend, hintergründig.

Life of Pi (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Life of Pi (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger
Nicht jeder wird sich mit Ang Lees Ästhetik anfreunden, so viel ist klar, aber der Film hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen, so sehr, dass ich mich  tagelang danach noch mit dem Thema befasst habe. Wenn das diesen Film nicht zu etwas Außergewöhnlichem macht, weiß ich es auch nicht. Poetisch, metaphysisch, brutal. Lohnt sich!

Bernard und Doris (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Bernard und Doris (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Bernard und Doris
Ein wundervoller, anrührender Film über die Tabak-Erbin Doris Duke und ihren schwulen Butler Bernard Lafferty. Susan Sarandon und Ralph Fiennes spielen grandios. Absolut empfehlenswert!

 

Der Hobbit (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Der Hobbit (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Der Hobbit – Smaugs Einöde
Mitreißend und um Längen besser als der erste Teil. Nach “Die Gefährten“ der P.J.-Film, der mich am meisten verzaubert hat. Allein die unterschiedlichen Schauplätze sind ein Traum. Die Schmiede der Zwerge ist ein Knaller, von Smaug ganz zu schweigen. Besser als sein Ruf!

 

Premium

Premium Rush (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Premium Rush
Spätestens seit „Inception“ bin ich ein Fan von Joseph Gordon-Levitt. Die Geschichte über den Fahrradkurier Wilee, der für eine Freundin einen Umschlag in Chinatown zustellen soll, ist rasant und mit Grips erzählt. Zeitsprünge, Rennen gegen die Uhr, spektakuläre Effekte. Endlich einmal etwas anderes. Nicht nur für Adrenalin-Junkies!

 

Jet Lag (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Jet Lag (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Jetlag
Noch ein französischer Film mit Jean Reno als Gourmetkoch. Diesmal ein Liebesfilm, aber nicht Jean Reno überrascht hier, sondern Juliette Binoche als etwas prollige Kosmetikerin. Es passiert nicht viel in diesem Film, muss es auch nicht. Die schauspielerische Leistung reicht völlig aus! Witzig und romantisch.

 

Ralph Reicht's (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Ralph Reicht’s (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Ralph Reicht’s
Wer früher in der Spielothek sein ganzes Geld in Spielautomaten gesteckt hat, wird diesen Animationsfilm lieben, denn er ist eine liebevolle Hommage an Donkey Kong, Pac-Man, Mario Kart und Co. Gut, die zuckrig-niedliche “Sugar Rush“-Welt hätte für meinen Geschmack etwas weniger Platz einnehmen können, dennoch: Ralph muss man lieben – trotz Mundgeruch!

 

The Dark Knight Rises (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

The Dark Knight Rises (c) Miriam Pharo inspired by Bruce Blitz

Batman – The Dark Knight Rises
Christopher Nolan, Christian Bale, Michael Caine, Tom Hardy, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman, Gary Oldman – viele gute Gründe, den letzten Teil der Batman-Trilogie nicht zu versäumen. Mir hat die düstere Geschichte gefallen, und nach Halle Berrys peinlichen Auftritt gab’s endlich wieder eine sehenswerte Catwoman. Tom Hardy als Bösewicht ist top, nur das Handgemenge zwischen ihm und Batman vor dem Rathaus ist peinlich inszeniert. Das Ganze wirkt wie eine Klopperei auf dem Schulhof. Trotzdem: Klasse Film!

 

Daumen runter

Die fantastische Welt von Oz
Bunt, quietschig, komplett überflüssig. Dass Mila Kunis und der geflügelte Affe die besten Performances hingelegt haben, sagt eigentlich schon alles. Rachel Weisz spielt wie eine Schlaftablette, und James Francos Dauergrinsen erinnert an die Grinsekatze aus „Alice im Wunderland“, nur dass Tim Burton es besser kann! Für Kinder ist der Film vielleicht ganz spaßig, für mich war er vergeudete Zeit!

96 Hours: Taken 2
Der erste Teil war bei einigen umstritten, doch lässt man sich erst einmal auf diese Selbstjustiz-Nummer ein, ist er extrem spannend und mit Liam Neeson hervorragend besetzt. Vor allem ist er glaubwürdig. Der zweite Teil dagegen ist ein Reinfall! Die Nummer mit der Tochter, die über den Dächern von Istanbul Granaten werfen soll – ohne Menschen zu gefährden! -, damit Papa sie orten kann, ist an Schwachsinn kaum zu überbieten. Schade.

Battleship
Dass Rihanna mitmischt, hätte mir Warnung genug sein müssen. Eigentlich habe ich den Film eher unfreiwillig mit angeschaut. Er war genauso, wie ich es erwartet habe. Laut, krachig, mit einem Special Effect-Feuerwerk à la Transformers – gähn. Da reißen AC/DCs „Thunderstruck“ und die USS Missouri auch nicht mehr viel. Dann lieber „World Invation Battle Los Angeles“ –  siehe oben.

Ice Age 4
Die größte Enttäuschung des Jahres! Als Fan hatte ich angesichts der tollen Kritiken große Erwartungen, die leider nicht im Ansatz erfüllt wurden. Wo blieb der Witz der vorigen Teile? Die Idee mit den Piraten war ganz nett, aber eine senile Oma und ein pubertierender Teenie waren doch etwas zu viel des Guten. Furchtbar!

R.I.P.D.
Die Idee ist klasse! Cops, die im Jenseits weiter ermitteln, versprachen ein Feuerwerk an Ideen. Leider stellte sich der Film als eine wenig gelungene Mischung aus „MIB“ und „Ghostbusters“ heraus. Nicht einmal die Special Effects konnten es herausreißen. Die ersten zwanzig Minuten machen Spaß, danach folgt leider nur noch Ödnis. Von „Red“-Regisseur Robert Schwentke hätte ich mehr erwartet. Schade, hier wurde eine gute Idee in den Sand gesetzt.

Nachtrag: Nein, ich habe Sharknado nicht gesehen. Eines Nachts habe in einem Anfall von geistiger Umnachtung zwanzig lange Minuten von „Thor – der Allmächtige“ gesehen. Das reicht für ein ganzes Leben!

 

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