20th Nov2013

Ein Abend mit Stephen King

by miriampharo01
Stephen King im Circus Krone 2013 © Miriam Pharo

Stephen King im Circus Krone 2013 © Miriam Pharo

Wie mag der Mensch hinter dem Schriftsteller gestrickt sein, der seine Figuren überfährt, verbrennt, zerhackt, aussaugt, zerfleischt, ersticht oder in den Wahnsinn treibt? (mehr …)

04th Jul2013

Interview mit Ingolf Lück und Dierk Gewesen

by miriampharo01

Hauptbild

„Ich bin verdammt gut im Bett … sogar alleine.“

Mein Herz schlägt für die Hamburger Bullen von morgen. An erster Stelle steht natürlich Elias Kosloff – wer will mir das verdenken? – doch knapp dahinter kommt Kommissar Dierk Gewesen, seineszeichen Chef der Abteilung zur holistischen Durchleuchtung extrem seltsamer Delikte, einer Sondereinheit der Polizei Hamburg. Der knallharte Bulle mit den Starsky and Hutch-Allüren (samt Koteletten und Dodge Challenger) gibt sich nicht mit Pille Palle wie Mord oder Hehlerei ab. Damit er morgens aufsteht, muss es schon ein durchgeknallter Superschurke sein, der mitten in Hamburg ein Loch durch die Erde buddeln will!

Ihr ahnt es schon: Dierk Gewesen ist der Held eines Romans, genau gesagt einer Romanreihe. Wie meine Hanseapolis-Romane spielen die Geschichten im Hamburg der Zukunft. Klar, dass mich das Thema interessiert.

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„Dierk Gewesen und die Glorreichen Sechs“ lautet der erste Band der Reihe, den ich bereits gelesen und für sehr unterhaltsam befunden habe. Auch wenn Dierk Gewesen der totale Macho ist. Und diese Sprüche … Typisch Seventies Style! Letzten Freitag fand in der Alten Kantine in Berlin ein Live-Hörspiel von „Dierk Gewesen und die Glorreichen Sechs“ statt. Rund 150 Leute waren gekommen, um Ingolf Lück in der Hauptrolle zu erleben. Mit auf der Bühne waren bekannte Schauspieler und Hörbuchsprecher wie Katrin Fröhlich, Oliver Rohrbeck und Rainer Fritzsche. Autor Christian Gailus war begeistert: „Es war ein sehr netter Abend, tolle Sprecher und ein enthusiastisches Publikum. Hat wirklich Spaß gemacht!“ Ich wollte mehr wissen und bat Ingolf und Dierk um ein kleines Interview. Schön übrigens, wie elegant beide das Thema „Mutter“ umschifft haben …

(c) Lauscherlounge_1

Lisa Laux (c) Lauscherlounge

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Lisa Laux (c) Lauscherlounge

 

 

Ingolf Lück mimt den großmäuligen Bullen mit Hang zu filmreifen Auftritten. Wie ist es dazu gekommen?

Ingolf: Die Lauscherlouge hat das Potential dieses – wie es im offiziellen Anschreiben hieß – „Jahrhundertwerkes der anspruchsvollen Unterhaltung (…) da wo I und U zu immerwährender Symbiose verschmelzen“ erkannt und suchte nach einem adäquaten Darsteller.

Dierk: Die haben mich gefragt, ob ich ´ne Idee hätte, wer mich spielen kann. Da hab ich gesagt, da kommt nur einer in Frage.

Ingolf: Bruce Willis hatte keine Zeit, aber ich hab sofort zugesagt.

 

Ein Live-Hörspiel ist so etwas wie eine Mischung aus Lesung und Theaterstück. Wie bereitet man sich auf einen solchen Auftritt vor?

Ingolf: Indem man das Buch auswendig lernt natürlich. Sind ja nur 320 Seiten. Wie konnte ich ahnen, dass die Kollegen allesamt ablesen!

Dierk: Also ich hab mich überhaupt nicht vorbereitet. Und geschadet hat´s auch nicht. Allerdings musste ich auch gar nicht auf die Bühne – was mich dann doch irgendwie gewundert hat. Aber meine Ma hat schon früher immer gesagt: Auf Künstlerpack kannste dich nich verlassen.

 

Ist da noch Platz für Improvisation?

Ingolf: Nein, Platz ist eigentlich absolut keiner!

Dierk: Außerdem hätte ich solche Sauereien nicht durchgehen lassen – war schließlich früher bei der Sitte.

Ingolf: Nur hat sich niemand an die Abmachung gehalten. Weder Cameron Diaz noch Ben Stiller oder George Clooney – und schon gar nicht ihre deutschen Stimmen.

Dierk: War schon verdammt eng alles, in der Alten Kantine. Und als dann auch noch Publikum reinwollte … Junge, junge.

 

Hand aufs Herz: Was ist Dierks Erfolgsgeheimnis bei Frauen? Seine Koteletten, seine coolen Sprüche oder die dicke Knarre?

Ingolf: Keine Ahnung.

Dierk: Nun komm schon, Ingolf. Sags ihr!

Ingolf: Ich kann nur von mir ausgehen, und ich bin verdammt gut im Bett … sogar alleine.

Dierk: Ich war auch mal alleine im Bett. War echt öde. Hab den ganzen Abend Erdnüsse geknabbert und den Goldfischen beim Balzen zugesehen. War seitdem nie wieder da. Hab gehört, mittlerweile hätten die den Laden dicht gemacht. Ich mein, wer nennt seine Kneipe auch schon im Bett?

 

Ihr beide seid harte Burschen: Ingolf, du hast bei dem Stück „Traumfrau Mutter“ zweimal Regie geführt. Dierk, du widmest deine Abenteuer deiner „Mami“. Was sollen wir davon halten?

Ingolf: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Dierk: Mami ist die Abkürzung für Maximal-Miniaturen – eine Erfindung des Tüftlers Heiko Yashahashish. Es geht um die Konstruktion größtmöglicher Abhörgeräte auf Basis eines einzelnen Atoms. Das Problem bei Atomen ist ja: sie sind sauklein. Und als Abhörgeräte kaum zu handlen. Yashahashish hat eine Methode gefunden, Atome auf Fußballgröße aufzublähen. So lassen sich die Dinger prima in einem Einkaufsnetz transportieren. Auch das Verstecken ist easy, zum Beispiel im Kühlschrank oder unterm Teppich.

 

Dürfen wir uns auf weitere gemeinsame Projekte von euch freuen?

Ingolf: Alles, was dem Kampf gegen die Langweile dient, ist uns recht! Notfalls sogar ein weiteres gemeinsames Projekt.

Dierk: Unser nächstes Projekt hat nur insofern was mit Langeweile zu tun, als es auf Langerooge stattfinden soll. So ´ne Art Rekordversuch im Langsamlesen. Fürs Guinnessbuch. Ingolf will versuchen, mein Buch so langsam vorzulesen, dass es länger dauert als eine Lesung der Bibel durch Dieter Thomas Heck. Und ich soll dazu irgend ´ne Tanzperformance oder so machen. Aber alles steht und fällt mit der Manipulierbarkeit der Erdgravitation. Denn das Projekt soll auf jeden Fall am Strand stattfinden, und da wir nicht nass werden wollen, müssen für den Zeitraum der Veranstaltung Ebbe und Flut aufgehoben werden. Knifflig.

 

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses kleine Interview genommen habt. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg bei eurem Kampf gegen die Langeweile!

Ingolf: Ich danke auch :-)

Dierk: Ich denke nicht.

 

Ingolf Lück

Dierk Gewesen

Autor Christian Gailus

Lauscherlounge

 

Hier geht’s zum Interview mit Tommy Krappweis – Grimme-Preisträger und Erfinder von Bernd das Brot.

 

 

 

 

 

25th Mai2013

Space-Jet hautnah

by miriampharo01

Ein Besucher des GarchingCons war so freundlich, mir ein paar Fotos des Space-Jets zu schicken. Dafür, dass sie mit dem Handy aufgenommen wurden, finde ich sie ziemlich klasse. Vielen Dank an den edlen Spender. Here they are!

Cockpit1 Cockpit2 Cockpit3 SJ1 SJ2

 

 

 

 

 GarchingCon

Hier geht’s zum Artikel

30th Mrz2013

„Dreckatn Rotzbuam“

by miriampharo01
Der Reichstagsabgeordnete Eisenberger legte den Vorsitz des bayerischen Bauernbundes nieder. Aufnahme des bayerischen Reichstagsabgeordneten Eisenberger.

Der Reichstagsabgeordnete Eisenberger legte den Vorsitz des bayerischen Bauernbundes nieder. Aufnahme des bayerischen Reichstagsabgeordneten Eisenberger.

Georg Eisenberger: ein bayerisches Original –

Ludwig Thoma mag den meisten ein Begriff sein, der Name Georg Eisenberger eher nicht. Noch heute hält sich das Gerücht, dass Letzterer Vorbild für Thomas fiktive Figur des Zentrums-Abgeordneten Josef Filser gewesen sein soll. Eines ist jedenfalls sicher: Georg Eisenberger war ein echtes bayerisches Original. Von 1905 bis 1932 war er Abgeordneter in München und Berlin, wo er sich für die Interessen der bayerischen Landbevölkerung einsetzte. Viele sahen in ihm eine schrullige Figur, die „im oberbayerischen Nationaldress in Berlin herumstolziert.“ Eisenberger war wortgewaltig und beherzt. In seinem Kampf für die Bauern schreckte er nicht einmal davor zurück, Josef Goebbels als „dreckatn Rotzbuam“ zu bezeichnen.

Sein Leben für die Bauern

Über ihn gibt es eine hübsche Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Um das Jahr 1905 herum unternahmen Eisenberger und sein Kollege Anton Pointner eine Reise mit dem Zug nach München. Der Pointner war standesgemäß im Frack gekleidet, Eisenberger in seiner Gebirgstracht. Als der Zugschaffner das Abteil betrat, machte er einen Buckel vor Anton Pointner, so dass seine Nasenspitze beinahe den Boden berührte. Vor lauter „Herr Landtagsabgeordneter“ brachte er den Mund nicht mehr zu. Zu Eisenberger war er allerdings weniger galant.
„Verlassen Sie sofort dieses Abteil erster Klasse!“, fuhrt er ihn an. „Als Bauer haben Sie da herin nichts verloren.“
„So“, erwiderte Eisenberger, gelassen „moanan S’?“
„Jawohl, und auf der Stelle verschwinden S’, sonst werf ich Sie raus!“
Daraufhin holte Eisenberger seine Pfeife heraus und begann zu rauchen. Da rastete der Schaffner erst recht aus. „Was fällt Ihnen ein? Rauchen und net amal a Billett für die erste Klasse haben.“
„Ja wissen S’ des denn so genau?“, fragte ihn Eisenberger.
„Dös siehg i scho beim ersten Blick, wo Sie hinghörn“, entgegnete der Schaffner. „In de dritte Klass’ zu de Bauernfünfer.“
„So ist’s recht“, sagte Eisenberger und zückte seinen Landtagsausweis. Dann verkündete er laut, er sei stolz darauf, ein Bauer zu sein und ein Abgeordneter obendrein.
Entsetzt begann der Schaffner zu winseln, Eisenberger möge das Malheur nicht melden, da er doch ein Weib und vier unmündige Kinder zu versorgen habe.
„Is schon gut“, antwortete Eisenberger, „aber ’s nächste Mal überlegen S’ eahna zerscht, was S’ sagen …“

Der „Hutzenauer“, wie er gemäß seinem Hofnamen genannt wurde, war zwar ein Patriot, doch kein Freund der Nationalsozialisten. Bereits 1923 warnte er vor ihnen und zog sich bei deren Machtergreifung auf seinen Hof zurück, wo er wieder als Bauer arbeitete und seine Memoiren „Mein Leben für die Bauern“ schrieb. Er starb 82-jährig am 1. Mai 1945, drei Tage, bevor die Amerikaner in Ruhpolding einmarschierten.

George Eisenberger bei Wikipedia